Das Bild im Bremer Flughafen war am Mittwoch durchaus beeindruckend – und ebenso an anderen Airports: Vielerorts herrschte fast entspannte Atmosphäre. Selbst am Mega-Flughafen in Frankfurt hielt sich die Zahl der „gestrandeten“ Passagiere in Grenzen, trotz des extremen Streiks der Piloten. Bei Lufthansa ging ja fast nichts mehr. Dass sich die Wirkung auf Reisende letztlich in Grenzen hielt, ist dem Krisenmanagement bei der Fluggesellschaft zu verdanken. Das war unter den gegebenen Umständen gut organisiert: Betroffene wurden früh informiert, viele konnten noch auf andere Gesellschaften umbuchen oder auf andere Verkehrsmittel ausweichen.

Gleichwohl sind viele Passagiere verärgert. In der Tat bleibt schon jetzt, vor Ablauf der dreitägigen Flugpause, die Frage: Ist es akzeptabel, dass eine relativ kleine Berufsgruppe auf Kosten so vieler Reisender ihre Interessen durchzudrücken versucht? Muss nicht in einem demokratischen Gemeinwesen stets das Prinzip der Verhältnismäßigkeit gelten? Hier tut sich wohl Handlungsbedarf auf.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)