Die geplante Abberufung der Unternehmerin Mirja Viertelhaus-Koschig aus dem Aufsichtsrat der Nord/LB passt ins Bild. Die neue rot-grüne Landesregierung wechselt unliebsame Persönlichkeiten in Spitzenämtern aus und ersetzt sie durch treue Gefolgsleute. Das ist in der Politik nicht unüblich und sogar legitim, hat aber meist einen faden Beigeschmack.

Im Fall Viertelhaus-Koschig hat nicht einmal das falsche Parteibuch eine Rolle gespielt, das die Unternehmerin gar nicht besitzt, sondern wohl die Nähe zur CDU. Falls es andere Gründe gibt, Viertelhaus-Koschig auszuwechseln, sollte Finanzminister Peter-Jürgen Schneider sie mitteilen.

Ex-Ministerpräsident David McAllister wollte Viertelhaus-Koschig für den Aufsichtsratsposten, weil sie Frau und Mittelständlerin ist – eine durchaus seltene Kombination in so wichtigen Gremien. Vielleicht hat Rot/Grün ja genug Fingerspitzengefühl, das bei der Auswahl eines Nachfolgers zu berücksichtigen.