Es ist nicht schwer, sich in die Psyche von Kindern hineinzuversetzen, hinter denen Schilder in der Schule auftauchen: Deine Eltern sind Mörder. Dass Betroffene traumatisiert reagieren, wundert nicht. Die Sorgentelefone beim Kinderschutzbund und beim Landvolk stehen schon seit Längerem nicht mehr still: Immer wieder verzweifelte Anrufe wegen Mobbing gegen Bauernkinder. Beschämend und entsetzlich zugleich, wie sehr Kinder leiden (müssen).

Da werden gesellschaftliche Konflikte über eine art- und naturgerechte Landwirtschaft auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen. Ein gerütteltes Maß an Schuld trifft sogenannte Tierschutzorganisationen, die mit sensationsheischenden Fotos und Videosequenzen geschundener Kreaturen die Emotionen aufputschen. Ein ganzer Berufszweig wird pauschal als Tierquäler stigmatisiert.

Höchste Zeit, dass sich Niedersachsens Politiker mit dem Thema beschäftigen. Bauern und deren Kinder dürfen nicht die Opfer rhetorischer Grabenkriege sein.