Raus aus Mali, stärker rein ins Nachbarland Niger. Wenn die Bundeswehr im kommenden Jahr nach dann elf Jahren Einsatz aus Mali abzieht, geht ein nächstes Kapitel deutscher Krisen- und Kriegsmissionen zu Ende. Nach dem Desaster beim Abzug aus Afghanistan, das die Nato-Truppen am Ende den Taliban allein überlassen haben, steigt die Bundeswehr auch aus dem westafrikanischen Krisenland Mali aus. Dieser Abzug erfolgt schrittweise und geordnet, aber doch sind alle froh, wenn sie wohlbehalten raus sind. Die Militärregierung in Bamako, die sich an die Macht geputscht hat und seither freie Wahlen verschleppt, hat den ausländischen Streitkräften immer öfter das Signal gegeben, dass sie hier nicht mehr willkommen sind. Stattdessen durften russische Wagner-Söldner ins Land, die für Stabilität und Ordnung sollen – im Sinne der malischen Militärjunta. Wladimir Putins geheime Armee ist ohnehin gerne dort, wo Chaos und Unfrieden herrschen, weil sie dort nach eigenen Gesetzen aufräumen und den Machthabern gegen Geld helfen, deren Macht gegen das eigene Volk zu sichern.
Die Sahel-Zone ist eine der ärmsten Regionen der Erde und Operationsraum islamistischer Terroristen. Die Bundesregierung will nun in Niger, das anders als Mali westliche Hilfe willkommen heißt, zu einer Art Stabilitätsanker in der Region machen. Die Botschaft: Wir lassen den Sahel nicht allein! Auch deshalb haben Verteidigungsminister Boris Pistorius und Entwicklungsministerin Svenja Schulze mit ihrer gemeinsamen Reise durch beide Länder demonstrativ deutlich gemacht, dass in der Sahel-Zone beides zusammengehört: militärisches Engagement und Entwicklungszusammenarbeit. Kampf gegen Terror ebenso wie sauberes Trinkwasser, Elektrizität und medizinische Hilfe.
