Die Ausgangslage für die Freien Wähler war gut: Viele Menschen fühlen sich von den großen Parteien nicht mehr vertreten, in vielen Kommunen in Bayern, aber auch in Niedersachsen und anderen Bundesländern hat sich die Bewegung als ernstzunehmende Kraft etabliert. In Bayern haben sie die CSU um die absolute Mehrheit im Landtag gebracht. Die Chance, auch auf Bundesebene erfolgreich zu sein, war da. Doch die Freien Wähler haben sie verspielt.

Es war politisch falsch, sich als Anti-Euro-Bewegung etablieren zu wollen. Auch vielen Konservativen ist das zu radikal, es dürfte mehr Wähler verschreckt als geködert haben. Als die Entscheidung aber gefallen war, hätte der Vorsitzende Hubert Aiwanger alles daransetzen müssen, die Euro-skeptischen Kräfte im Land zu bündeln – und sich mit der neuen Partei Alternative für Deutschland zusammenzutun. Das hat er versäumt. Jetzt laufen ihm die eigenen Leute weg. So wird es nichts mit dem Projekt Bundestag.