Man lernt nicht für die Schule, sondern fürs Leben. Das zumindest versprechen Lehrer seit Generationen ihren Schülern. Doch in Deutschland scheint das nicht ganz so zu stimmen, zeigt die Pisa-Studie. Mehr Gewicht auf selbstständiges Lernen fordern die Studienautoren – zu Recht. Doch das ist schneller gesagt als getan.
Denn wer selbstständig arbeitet, braucht mitunter mehr Zeit für das Finden einer Lösung als derjenige, der plattgetrampelten Lösungswegen folgt. Solche Zeit haben die Schüler nicht – weder am Gymnasium noch an einer Realschule und erst recht nicht an einer Hauptschule voller Problemschüler.
Solche Zeit schafft nur, wer die Lehrpläne genau durchschaut, ordentlich entrümpelt und vor allem neu organisiert. Die Chance dazu haben Bildungspolitiker bislang jedoch bei jeder Schulreform verpasst. In Niedersachsen gibt es im Zuge der G9-Rückkehr jetzt die nächste Gelegenheit. Hoffentlich verstreicht auch sie nicht ungenutzt.
