Bei seinem Besuch in Hannover hat der Gast aus dem Weißen Haus in beeindruckender Weise den Stellenwert der transatlantischen Beziehungen beschworen. Aber sie müssen auch gepflegt werden. Amerika und Europa verbindet weit mehr als Ökonomie, Handel und Investitionen. Doch unter Obama sind Amerikaner und Europäer weit hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben. Vom Nuklearabkommen mit Iran einmal abgesehen, fehlte es in der Außen- und Sicherheitspolitik am unbedingten Willen zum gemeinsamen Handeln.

Obamas Charmeoffensive in Hannover mag das für einen Augenblick vergessen lassen. Die Chancen einer Freihandelszone mit 800 Millionen Verbrauchern vom Silicon Valley bis zum Baltikum überwiegen klar die Risiken. Um die kritische Öffentlichkeit in Deutschland zu überzeugen, müsste allerdings endlich klar werden, dass TTIP am Ende weder zur Erosion hiesiger Verbraucherschutz-, Umwelt- und Sozialstandards führen wird noch zu einer nicht legitimierten Paralleljustiz.