Das waren noch Zeiten, als ein gewisser Gerhard Schröder am Zaun des Kanzleramts rüttelte und unmissverständlich zum Ausdruck brachte: Ich will da rein!

Heute ist die Lage bei der SPD völlig anders. Einer nach dem anderen teilt mit: Ich nicht! Erst Außenminister Frank-Walter Steinmeier, dann Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, jetzt EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Vorsorglich nicht ins Gespräch bringen sich mögliche Nachwuchshoffnungen wie etwa Justizminister Heiko Maas oder Familienministerin Manuela Schwesig. Sie wissen, dass sie aufgrund aktueller Umfragewerte von teilweise unter 20 Prozent nur verlieren können.

So wird es wohl auf Parteichef Sigmar Gabriel hinauslaufen. Doch anstatt immer wieder einen Mitgliederentscheid ins Spiel zu bringen und die Verantwortung von sich zu schieben, sollte er klar sagen: Ich mach’s. Wie stellte der damalige Genosse Lafontaine einst fest: Nur wer selbst begeistert ist, kann auch andere begeistern. Wohl wahr.

Hermann Gröblinghoff
Hermann Gröblinghoff Politikredaktion (Newsdeskmanager)