Keine Frage: Die massiven Einschränkungen in der Corona-Pandemie zerren an den Nerven der Familien mit Kindern in Kita oder Schule. Eltern zermartern sich die Köpfe, wie sie notwendige Betreuung und Berufstätigkeit unter einen Hut bringen. Kinder, vor allem Grundschüler, vermissen ihre Freunde oder Mitschüler und das gemeinsame Lernen. Hinzu kommt, dass in vielen Familien die Bedingungen fürs Homeschooling alles andere als ideal sind.

Obwohl der Lockdown – und damit die Reduzierung von Kontakten – bis zum 14. Februar fortgesetzt wird, bleibt Niedersachsen in der Schulpolitik auf Gegenkurs zum Bund. Hier wird den Grund- und Förderschülern sowie den Abschlussklassen ein Präsenzunterricht nach „Szenario B“, also in geteilten Klassen im Wechselmodell, angeboten. Neu ist: Eltern können ihre Kinder auf Wunsch vom Präsenzunterricht befreien lassen. Während sich Elternvertreter mit dieser Lösung durchaus anfreunden können, kommt von den Lehrern zu Recht Gegenwind. Sie sind schon in der jetzigen Situation hoch belastet. Nun wird es noch schwieriger, alle Schülerinnen und Schüler gerecht auf gleichem Niveau zu beschulen.

Der Schritt der Landesregierung, die Eltern entscheiden zu lassen, ist mutig, aber wenig konsequent. Warum gibt es die Wahlfreiheit nicht auch für die Jahrgänge 5 bis 12? Und kann man bei diesem ganzen Kuddelmuddel noch glauben, dass es im Sommer gleichwertige Abschlüsse geben wird? Bleibt zu hoffen, dass die nächsten Wochen genutzt werden, um die Schulen sicherer zu machen: mit ausgeklügelten Lüftungssystemen, Corona-Schnelltests und medizinischen Masken.

LEHRER AUS DER REGION ZU NEUEN SCHULREGELN „Uns war sofort klar, dass das nicht funktioniert“

Hermann Gröblinghoff Den Lokalredaktionen
Hannover
Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent