Berlin - Kaum auf der Welt, schon erhalten Neugeborene Post. Vom Finanzamt. Mit ihrer Steuernummer. Aber ohne Anrede. „Vorname, Nachname, hier Nummer“, meckerte jetzt jemand im Netz über die Lieblosigkeit der Schreiben. Darauf reagierte Bundesfinanzminister Christian Lindner: „Ich nehme das gerne auf“, versprach der Liberale. „Das beklage ich auch seit Jahren.“ Um nachzuschieben, das Schreiben sei aber nur ein Verwaltungsakt. „Da gibt es Schlimmeres.“
Saskia Esken, SPD-Vorsitzende, hat es nicht leicht. In den sozialen Netzwerken bekommt auch sie viel Hass ab. Glücklicherweise, so Esken in dieser Woche, widerfahre ihr das nicht auf der Straße. Da seien die Leute eher „perplex, vielleicht, weil sie nicht erwarten, dass ich rumlaufe und man mir in der U-Bahn oder im ICE begegnen kann“. Wenn sie angesprochen werde, sei das meist zugewandt und interessiert. Esken: „Toi, toi, toi“ – hoffentlich bleibt das so.
Friedrich Merz hat eine besondere Beziehung zum Saarland. Jetzt erzählte er bei einer Rede, er sei mal Ermittlungs- und Strafrichter im Saarland gewesen „In der Zeit habe ich übrigens auch Oskar Lafontaine kennengelernt.“ Der war Oberbürgermeister in Saarbrücken, Merz sachkundiger Bürger der CDU. Merzens Ehefrau ist Saarländerin, die Schwiegereltern leben dort. Die Karriere des 78-jährigen Lafontaine endet mit der Landtagswahl am 27. März. Die vom 66-jährigen Merz hat gerade erst neu begonnen.
Was macht eigentlich Ralph Brinkhaus? Der Mann aus Nordrhein-Westfalen musste ja Mitte März seinen Job als Fraktionschef Friedrich Merz überlassen, allerdings widerwillig. Brinkhaus ist Mitglied im Europaausschuss des Bundestages, jetzt soll er auch Vorsitzender der deutsch-indischen Parlamentariergruppe werden. Nicht zum ersten Mal, das Amt hatte er schon in der vorletzten Sitzungsperiode inne. Schon immer hat Brinkhaus viel über Indien gelesen; er war auch schon mal mit dem Bundespräsidenten dort. Neuauflage möglich.
