Einst war eine Ehrendoktorwürde dazu gedacht, Forscher einer fremden Universität für wissenschaftliche Leistungen zu ehren. Heute sind diese Titel zu politischen Kundgebungen oder Bauchpinseleien für (Ex-)Politiker verkommen. Mit Wissenschaft hat das nichts mehr zu tun.
Da wird nun also die Uni Rostock dem Ex-NSA-Mann Edward Snowden einen Ehrendoktor verpassen. Die FU in Berlin macht ihn zum „Ehrenmitglied“. Wissenschaftliche Leistungen kann der Mann allerdings nicht reklamieren, und so wirkt auch die Begründung der FU, er habe ja „Daten analytisch durchdrungen“ mehr als bemüht. In Wirklichkeit geht es diesen beiden Unis darum, einen PR-Coup zu landen und sich ins Gespräch zu bringen. Das ganze ist daher ebenso absurd wie der Lübecker Ehrendoktor für Annette Schavan. Der war Belohnung für Geld, das die Ex-Ministerin aus Berlin für diese Uni flüssig gemacht hatte. Dabei war ihr doch kurz zuvor als Plagiatorin der echte Doktor entzogen worden. Fazit: Diese furchtbare Ehrendoktor-Macherei gehört schnellstens eingestellt.
