Es hätte alles so schön werden können am Sonntag nach Ostern: Angela Merkel und Wladimir Putin eröffnen einträchtig die Hannover Messe, halten Lobreden auf die prächtigen Wirtschaftsbeziehungen und versprechen für die Zukunft, weiterhin ausgiebigst kooperieren zu wollen. Doch daraus wird nun nichts mehr. Durch die Razzien bei politischen Stiftungen, unter anderem der Konrad-Adenauer-Stiftung, hat sich ein dunkler Schatten über das Treffen in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelegt.
Bereits in dieser Woche sendete Berlin – diplomatisch verpackt – kritische Signale Richtung Kreml. Beim persönlichen Aufeinandertreffen der Kanzlerin mit dem „lupenreinen Demokraten“ (Gerhard Schröder über Putin) wird das Thema erneut zur Sprache kommen.
Der CDU-Chefin steht dabei ein Balanceakt bevor. Sie darf sich das Vorgehen der russischen Behörden nicht bieten lassen, braucht das Riesenreich allerdings weiter als Energielieferant. Erschwert wird die Sache durch ihr persönliches Verhältnis zu Putin: Es gibt nämlich keines.
