Beate Zschäpe hat 312 Verhandlungstage verstreichen lassen, ohne Licht ins bodenlose Dunkel des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) zu werfen. Und sie hat auch den 313. Prozesstag ungenutzt gelassen.

Denn statt greifbare Aussagen über die Morde des NSU, über mögliche Komplizen und das Netzwerk der rechtsex­tremen Terrorzelle zu machen oder brennende Fragen der Opferfamilien zu beantworten, triefen Zschäpes klägliche Erklärungen vor Selbstmitleid. Vor allem auch die zuvor von ihren Anwälten verlesenen.

Dass ihre fadenscheinige Entschuldigung so spät kommt und so oberflächlich bleibt, macht ihr Kalkül offenkundig: Die 41-Jährige will nur noch die ihr drohende ­Höchststrafe verhindern. Doch dafür dürfte es längst zu spät sein. Das gilt jedoch auch für die Hoffnung, dass Zschäpe und der stur um sie kreisende NSU-Prozess überhaupt noch Licht ins Dunkel des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ werfen könnten.