Immer wenn Peer Steinbrück ultra kurz antwortet, hat sein Gegenüber einen Treffer gelandet. „Ja“, sagt ein schmallippiger Steinbrück vor der Bundespressekonferenz auf die Frage, ob er sich gut durch die SPD und deren Führung im Bundestagswahlkampf unterstützt fühle. Langes Schweigen. Bevor es peinlich wird, lobt der SPD-Kanzlerkandidat die unermüdliche Parteibasis. Eine Episode, die nur eine Deutung zulässt: Hier kämpft ein Mann nicht für den Rest der „Troika“ oder die SPD-Spitze, sondern um seine persönliche Ehre. Denn trotz aller Aussichtslosigkeit, die die Umfragen für eine SPD-Regierung signalisieren, geht Steinbrück aufrecht in die letzten drei Wochen. Mutlos sieht anders aus. Das beweist der Auftritt auf der Berliner Medien-Bühne.
Ebenso auffällig: Kein SPD-Chef Sigmar Gabriel, kein Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier setzt sich demonstrativ an die Seite Steinbrücks. Fast wirkt es wie die Vorwegnahme eines Auftritts am 22. September: Präsentation des Alleinschuldigen für eine Wahlschlappe.
