Immer mehr Geldinstitute verabschieden sich von der Umsonstkultur. Während der Zinsflaute wird munter an der Gebührenschraube gedreht, vielerorts müssen Kunden – egal ob von Sparkassen oder Banken – jetzt sogar Gebühren fürs Geldabheben am Automaten zahlen.

Dass Banken Kontogebühren erheben, ist nicht neu und durchaus legitim – das Modell hat sich lange bewährt, und sowohl Niedrigzinsen als auch steigende Kosten durch die Regulierung belasten die Geldhäuser, die Suche nach neuen Einnahmequellen gestaltet sich schwierig. Allerdings sollten die Konditionen für Kunden immer transparent sein und die Politik – wenn nötig – Verbraucher vor Willkür beim Anheben der Kosten schützen. Ob die Konditionen passen, kann dann jeder für sich selbst entscheiden.

Möglich ist hingegen, dass der Schwenk hin zu Gebühren fürs Geldabheben am Automaten zum Eigentor für genau die Institute werden könnte, die mit ihrem umfangreichen Netz an Filialen mit Geldautomaten werben und das als Trumpf gegenüber Privat- und Direktbanken bezeichnen. Außerdem entsteht der Eindruck, dass mit der neuen Gebührenkultur das Verhalten der Kunden geändert werden soll – nach dem Motto: Bargeld ist teurer, daher zahle besser mit Karte oder per Handy. Kein feiner Zug.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft