Am 5. Mai wird es spannend: Dann findet die Hauptversammlung der Volkswagen AG statt. Im Mittelpunkt stehen traditionell der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstandsvorsitzende – und die Fragen der vielen Aktionäre. Schwer vorstellbar, dass bis zu jenem 5. Mai der Konflikt zwischen Ferdinand Piëch und Martin Winterkorn nicht substanziell entschärft ist. Die Spannungen würden sonst alles andere im Versammlungssaal überlagern.

Dabei ist der Volkswagen-Konzern ja erfolgreich. Der Kurs Richtung Weltspitze ist weiterhin recht geradlinig.

Doch das reicht, wie man weiß, dem übermächtigen Großaktionär Piëch nicht. Er ist von Winterkorn, den er lange förderte, abgerückt – und seither ist VW nicht wegen seiner Autos ein Thema, sondern wegen Zanks und Streits.

Der Konzern muss schleunigst wieder zur Ruhe kommen. Die Unsicherheit ist schädlich und muss ein Ende haben. Aber: Trotz zunehmender Kritik an Piëch – eine Zukunft von VW ohne ihn ist kaum vorstellbar. Die Diskussion um die Vorstandsspitze geht noch eine Weile weiter.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)