In der CDU kehrt eine Art Normalität ein. In welcher anderen Partei in Deutschland und Europa wäre es nach dem schlechtesten Wahlergebnis seit 1949 so lange so ruhig geblieben? Jetzt ist sie also da – die echte Rebellion. Oder sollte man besser Rebelliönchen sagen?
Grund genug haben die CDU-Konservativen ja, endlich vom Sofa aufzustehen. Angela Merkels Wirken als Parteivorsitzende und Kanzlerin hat nicht nur die Partei bis zur Unkenntlichkeit verändert. Es hat auch dem Land schweren Schaden zugefügt. Der Beispiele sind Legion: Die „Euro-Rettung“, bei der letztlich nur gierige Banken gerettet wurden, institutionalisierte Bausteine einer europäischen Schuldenunion zu Lasten der Deutschen. Die von Merkel ausgelöste Asylkrise wird unser Land auf Jahre hinaus spalten und auf Jahrzehnte hinaus belasten. Mit der freiwilligen Aufgabe der Kontrolle über die deutschen Grenzen hat Merkel darüber hinaus die Sicherheit des Landes gefährdet. Die Energiewende war völlig überstürzt und und folgte politischen Opportunitäten eines Momentes. Die Abschaffung der Wehrpflicht hat der Bundeswehr geschadet, die zudem langsam aber sicher zu einer unterversorgten aber politisch korrekt durchgegenderten Söldnertruppe degradiert wird.
Innerparteilich hat Merkel die demokratische Willensbildung zerstört. Da werden Parteitagsbeschlüsse – etwa zum Doppelpass – nicht umgesetzt und gesellschaftspolitische Wenden – wie die Homo-Ehe – überfallartig an der Partei vorbei vorgenommen. In der Gesellschaftspolitik ist die CDU ohnehin kaum mehr von SPD und Grünen zu unterscheiden, eine Alternative ist sie schon lange nicht mehr. Das alles hat die AfD erst möglich gemacht. Diese Partei nimmt den Boden ein, den die CDU freiwillig geräumt hat und verknüpft ihn mit Territorium, das teilweise bereits hinter dem demokratischen Grenzwall liegt. Deswegen ist diese Partei ein Kind Merkels. Die AfD-Granden sollten der Kanzlerin täglich Blumensträuße schicken.
Gründe haben sie also – die CDU-Rebellen. Erfolg ist ihnen auch zu wünschen, wenn man sich wiederbelebten Konservativismus und ein ins Gleichgewicht gebrachtes politisches System wünscht. Doch allzu viele Hoffnungen sollte man an diese Bewegung nicht knüpfen. Die Matriarchin der CDU ist zäh, klug und sehr überlebenserfahren.
