Jedes Jahr wird von dem rüstigen Verein Deutsche Sprache der Sprachpanscher des Jahres gebrandmarkt, und man schüttelt den Kopf über die Fülle an Beweisen. Über den unsäglichen Service-Point der Bahn, über die Telekom, die ihre Kunden mit englischsprachigen Tarifnamen ärgert, über das Kauderwelsch einer Jil Sander aus Spirit und Future-Denken bis hin zum Ansinnen eines Münchner Uni-Rektors, allen Ernstes die deutsche Sprache aus Studiengängen zu verbannen.

Jedes Jahr wird der Sprachverein – wie jetzt gerade wieder – mit Vorschlägen für den Sprachpanscher überschüttet. Und jedes Jahr kapituliert man im Grunde vor der Entwicklung unserer Sprache. Denglisches Imponiergehabe lässt sich offenbar nicht ausrotten. Was nutzt da ein Negativpreis, der sprachliche Fehlleistungen geißelt? Offenbar stand Sisyphos bei dem Preis Pate. Der Sprachpanscher als solcher wischt sich doch nur den Mund ab. Und gibt mit viel Power sein nächstes Statement ab.