Das Amt des Bundesvorsitzenden der SPD ist gegenwärtig so unattraktiv wie kein anderes politisches Amt im Land. Doch einer (oder eine) muss es machen. Auch wenn das Geraune laut ist, das Zeitalter der Volksparteien sei passé: Die SPD ist eine Partei, die den Anspruch hat, Politik für das Land zu gestalten, das Leben seiner Bürger zu verbessern. Die SPD wird auch bei deutlich verkleinertem Wählerzuspruch für das Land wichtig sein und mitreden – ob in der Opposition oder in der Regierung.
Was muss die Vorsitzende/der Vorsitzende dieser Volkspartei können? Nach außen müssen sie die Kümmerer sein und klare Position beziehen. Nach innen müssen sie die Partei modernisieren und auf eine Grundhaltung einschwören. Wenn da nicht die Untersuchung Franziska Giffeys Doktorarbeit wäre, die Berlinerin könnte der eine Teil der Doppelspitze sein. Der andere könnte Lars Klingbeil sein, der (für SPD-Verhältnisse) junge Politiker, der Wahlen auf schwierigem Terrain gewonnen hat und als Generalsekretär die unangenehmen Stunden vor den Fernsehkameras verbracht hat. Es könnte aber auch ein weiterer Niedersachse wie Boris Pistorius sein. Einer mit klarer Ansage, innerhalb wie außerhalb der Partei. Einer der Wahlen gewonnen hat, und als Kommunalpolitiker wie Klingbeil weiß, wie es an der Basis tickt. Keine schlechten Aussichten für die Niedersachsen.
