Eines haben die Beinahe-Bankrotte Griechenlands, Spaniens und Zyperns deutlich gemacht: Wenn eine europäische Währung funktionieren soll, brauchen wir einheitliche Regeln – auch und gerade für das Finanzsystem. Weder kann es sein, dass Politiker Sparkassen zur Finanzierung ihrer regionalen Großmannssucht benutzen (wie in Spanien), noch dass Abgaben nach dem Zufallsprinzip erhoben werden (wie in Griechenland) oder eine Steueroase inmitten der Euro-Zone entsteht (wie in Zypern).

Deshalb ist der Plan von EU-Kommissar Michel Barnier richtig, eine Bankenunion auf europäischer Ebene zu etablieren. Natürlich sind auf deutscher Seite verfassungsrechtliche Bedenken ernst zu nehmen. Klar ist aber auch: Wenn Deutschland am Euro festhalten will – und dafür gibt es viele gute Gründe –, darf es sich einer Bankenunion dauerhaft nicht verschließen. Es geht dabei nicht eben darum, mit deutschem Steuergeld marode Institute irgendwo in Europa zu retten, sondern solche Rettungsaktionen überflüssig zu machen. Das ist auch im deutschen Interesse.