Wieder gibt es Ärger bei den Piraten in Niedersachsen. Wieder geht es um angebliche rechte Tendenzen in der Partei. Der Kreischef von Wolfenbüttel tritt zurück, weil der wegen rechter Äußerungen aufgefallene Carsten Schulz dort für den Landtag kandidieren will. Sind die Piraten ein Tummelplatz für Rechtsextremisten und Ewiggestrige? Die Antwort kann nur heißen: nein. Zumindest gibt es in Niedersachsen kaum Belege dafür.

Schulz ist bisher ein Einzelfall. Und selbst seine Gesinnung scheint trotz kruder Äußerungen zum Holocaust nicht ganz klar. In Wolfenbüttel bekam er null Stimmen. Der Rücktritt des Kreischef ist vor diesem Hintergrund wohl überzogen.

Die Piraten bezeichnen sich in der Regel als linksliberal. Mal abgesehen vom Liberalismus im Internet sind sie aber programmatisch eher irgendwo zwischen SPD und Linken angesiedelt. Die Äußerungen ihrer Kandidaten sind gelegentlich unprofessionell oder muten naiv an. Starke rechte Tendenzen lassen sich aber nun wirklich nicht erkennen.