An Drohungen und Provokationen aus Nordkorea hat man sich gewöhnt. Säbelrasseln gehörte bereits unter Kim Jong Il zur Polit-Strategie, auch dessen Sohn Kim Jong Un setzt auf diese Karte. Die Frage, die sich jedes Mal stellt, lautet: Meint der Herrscher in Pjöngjang es ernst?
Trotz moderner Aufklärungstechnik und gewiefter Spione kennen weder die Weltmacht USA noch Nordkoreas Verbündeter China die wahren Absichten des abgeschotteten Landes. Mutmaßen lässt sich Folgendes: Der noch junge Staatschef Kim Jong Un will sich Respekt verschaffen – sowohl nach außen als auch bei den eigenen Militärs. Auch die Manöver der US-Streitkräfte auf der Halbinsel dürften eine Ursache für die harschen Drohungen sein. Wenn sich die Lage hoffentlich bald wieder beruhigt, muss die Diplomatie obsiegen. Denn obwohl Nordkorea einen möglichen Krieg nicht gewinnen könnte, würde eine bewaffnete Auseinandersetzung viel Leid über die Region bringen. Das darf nicht geschehen.
