Unruhige Gewässer schrecken die Kutterfischer an der Nordseeküste nicht – wenn allerdings politisch die Wellen hochgehen, sieht es schon ganz anders aus. Da gelten ganz andere Gesetze als auf dem Meer. So haben sie auch derzeit mehr mit Widrigkeiten an Land als mit der rauen See zu kämpfen.

Die wirtschaftlichen Sorgen um auskömmliche Preise werden ergänzt durch die Frage, wie die inzwischen überwiegend in die Jahre gekommene Flotte ohne die von der EU gestrichene Neubauförderung modernisiert werden kann. Gleichzeitig bedeuten zusätzliche Windparks auf See auch neue Einschränkungen der Fanggebiete.

Dass jetzt ausgerechnet Niedersachsens Nachbarland Schleswig-Holstein mit weiteren Beschränkungen liebäugelt, sehen nicht nur die Fischer als ernste Bedrohung. Auch Niedersachsens Landesregierung sieht das so und will ihnen helfen. Zu Recht, denn ohne Kutterfischer wäre die Nordseeküste armselig.

Jürgen Westerhoff