Die Bilanz ist ernüchternd. Mehr als zehn Tage nach dem schrecklichen Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt tappen die Ermittler noch weitgehend im Dunkeln, was mögliche Helfer und Hintermänner angeht. Fest steht aber bereits, dass Anis Amri alles andere als ein einsamer Wolf gewesen ist.
Für die Sicherheitsbehörden ist der Fall ein großes Desaster. BKA, Verfassungs- und Staatsschutz hatten den späteren Attentäter sehr wohl auf dem Schirm, sind in seinem Fall jedoch zu einer fatal-falschen Einschätzung seiner Gefährlichkeit gekommen. Das bedarf, ebenso wie die mangelnde Kommunikation zwischen den Sicherheitsbehörden in Europa, die sich in diesem Fall gezeigt hat, einer sorgfältigen Aufarbeitung.
Die Konsequenz muss eine schärfere, konsequentere Überwachung islamistischer Gefährder in Deutschland sein. Diejenigen, die eigentlich das Leben der Menschen in Deutschland und unsere freiheitliche Ordnung schützen sollen, dürfen es gefährlichen Extremisten in Zukunft nie mehr so leicht machen, wie sie es bei Amri getan haben.
