Es ist seit Jahren bekannt, dass in Nord- und Ostsee haufenweise Weltkriegsmunition liegt; Experten gehen von gut 1,6 Millionen Tonnen aus. Einen solchen Knall hatte nach den jüngsten Funden in der Osterems trotzdem niemand erwartet: Windpark-Bauer EWE und Netzbetreiber Tennet nahmen sich heftig gegenseitig unter Beschuss.
Natürlich ist es für den Stromkunden erfreulich, sollte Riffgat früher ans Netz gehen als angekündigt. Nach der für Fachleute erwartbar schnellen Räumung der Munition vom Meeresgrund sieht es aber so aus, als habe Tennet unter lauten Schuldvorwürfen gegen die EWE bewusst einen großzügigen Zeitplan kommuniziert – in der Hoffnung, früher fertig zu werden und sich als Problemlöser feiern zu lassen. Hatte sich EWE nicht ähnlich verhalten? „Wir haben unseren Job gemacht“, hieß es dort, nachdem man den selbst gesetzten Zeitplan beim Riffgat-Bau eingehalten hatte.
In all dem Pulverdampf lässt sich derzeit nur eines sicher erkennen: Es bleibt vorerst beim Gegeneinander zu Lasten der Verbraucher.
