Erinnern Sie sich noch an Linda? Sie war der Deutschen liebste Kartoffel und sollte vor knapp zehn Jahren vom Markt verschwinden, weil sie dem Konzern, der sie gezüchtet hatte, nicht mehr genug Geld einbrachte. Ein Landwirt aus Niedersachsen kämpfte gegen das faktische Anbauverbot – und hatte Erfolg. Linda gibt es immer noch.
Zwei Drittel des Marktes für Saatgut sind in der Hand von Großkonzernen, die immer neue, immer bessere, und vor allem immer teurere Obst- und Gemüsesorten produzieren. Hätte sich ihre Lobby in Brüssel durchgesetzt, dürften Bauern bald nur noch amtlich zugelassenes Saatgut verwenden. Solche Zulassungsverfahren sind aufwendig und teuer, kleine Anbieter können sie sich kaum leisten. Die Pläne der EU hätten viele neue Linda-Fälle hervorgebracht – und die Macht der Konzerne weiter vergrößert.
Es ist daher gut und richtig, dass Brüssel diese Idee nun offenbar beerdigt hat. Unternehmen sollen Gewinn machen dürfen, keine Frage. Aber der Wettbewerb muss fair bleiben und darf Bauern nicht in die Abhängigkeit treiben.
