Die jüngsten Berechnungen von Fachleuten zu den schwarz-roten Rentenplänen offenbaren einmal mehr die falsche Weichenstellung, die sich die Große Koalition auf Druck der SPD vorgenommen hat: Das Rentenniveau zu halten, obwohl immer weniger Arbeitnehmer für immer mehr Rentner zahlen müssen, ist schlicht nicht zu finanzieren. Der Plan würde Hunderte von Milliarden Euro verschlingen, die zum Großteil diejenigen aufbringen müssten, die schon die Beiträge stemmen.
Die rot-grüne Regierung hatte die Auswirkung der demografischen Entwicklung 2003 erkannt und reagiert: Um die Beitragszahler und damit die jüngeren Generationen künftig nicht zu überfordern, wurde eine Absenkung des Rentenniveaus in die Rentenformel aufgenommen. Das war ein richtiger Schritt. Alte Menschen sind mitnichten stärker von Armut bedroht als jüngere. Es ist klar, dass die heutige Rentnergeneration im großen Glück ist und in Zukunft Abstriche bei der gesetzlichen Rente hingenommen werden müssen. Ohne eine stetig steigende Lebensarbeitszeit wird sich die Entwicklung nicht bremsen lassen.
Um diejenigen zu schützen, für die ein geringeres Rentenniveau kritisch werden könnte, sind andere Maßnahmen zu treffen. Das Recht auf Rückkehr von Teil- in Vollzeit, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ein höherer Mindestlohn: All das trägt dazu bei, dass mehr verdient wird und damit später auch die Rente höher ausfällt. Zusätzlich müssen die private Altersvorsorge gestärkt und die Riesterrente attraktiver gemacht werden. Auch die Erleichterung der Fachkräfte-Zuwanderung kann für Entlastung sorgen. Die Arbeit an all diesen Baustellen hilft den künftigen Rentnern deutlich mehr als das unhaltbare Versprechen eines stabilen Rentenniveaus.
