Die Nachwuchsgewinnung ist dem Innenministerium zufolge ein Schlüsselthema für die Polizei in Niedersachsen. Zu wenige junge und motivierte Menschen interessieren sich noch für den Dienst bei den Ordnungshütern. „Den Beruf attraktiver machen“, lautet die logische Forderung der Gewerkschaften. Denn Niedersachsens Polizei steht, was die Bezahlung angeht, auf einem der hinteren Plätze im Bundesvergleich. So gibt es zum Beispiel weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld. Auch auf die freie Heilfürsorge, also die Übernahme der Kosten für die Gesundheit, müssen niedersächsische Polizisten verzichten.

Kurzum: Es gäbe genug Möglichkeiten, die Arbeit der Polizei attraktiver zu machen – die sich angesichts zunehmender Gewalt Polizisten gegenüber ohnehin als seelisch und körperlich immer kräftezehrender erweist.

Doch das Innenministerium scheint mit einer irrwitzigen „Lösung“ zu liebäugeln, um dem Problem des demografischen Wandels entgegenzuwirken: Es schraubt einfach die Mindestvoraussetzungen für Bewerber herab. Das aber würde bedeuten, die besser qualifizierten Bewerber anderen Bundesländern zu überlassen. Niedersachsen, dein Freund und Helfer. Das kann es nicht sein.