Werken, Hauswirtschaft, Handarbeit. Ja, solche Fächer gab es einmal im deutschen Schulsystem. Da lernten die Kinder, wie man mit der Laubsäge umgeht, wie man Einkaufslisten für ein Kuchenrezept schreibt und einen abgerissenen Knopf wieder annäht.

Gute alte Zeit? Auf jeden Fall war das nah dran am „Alltagswissen“, das heute bei Kindern und Jugendlichen vermisst wird und nach Meinung von Politikern zum festen Schulfach werden soll.

In einer immer komplexer werdenden Welt wird man das Problem mangelnder Alltagskompetenzen mit einem neuen (alten) Schulfach aber nicht lösen können. Viel sinnvoller wäre es, verstaubte Lehrpläne zu modernisieren und die bestehenden Schulfächer lebensnäher zu gestalten. Fallen in Handyverträgen, gesunde Ernährung oder der Umgang mit Geld können auch im Politik-, Bio- oder Matheunterricht praxisorientiert thematisiert werden.

Und dann ist da ja noch die Familie: Vor allem hier sollte die Vermittlung von Alltagswissen Pflichtfach werden.

Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)