Einmal mehr musste es einen Promi treffen, damit ein skandalöser Zustand öffentlich wurde. Genau das ist der Schlafentzug, der offenbar in deutschen Gefängnissen üblich ist, um – angeblich – Selbstmorden vorzubeugen.
Wenn es wirklich stimmt, was die Anwälte des Ex-Topmanagers Thomas Middelhoff beklagen, dann ähnelt die nächtliche Prozedur fatal dem, was Stasi-Häftlinge aus ihrer Haftzeit berichten. Schlafentzug macht krank – und kocht weich. Das weiß man übrigens auch im US-Gefangenenlager Guantanamo. Das Argument, man wolle einen Suizid verhindern, zieht dabei nicht. Dafür sollte es im Jahre 2015 andere Mittel geben. Es geht schlicht nicht an, dass Menschen leiden, weil der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird. Nicht auszudenken ist allerdings, wenn hier jemand vielleicht sein Mütchen an der Hassfigur aus der Wirtschaft kühlen wollte. Auch um solchen Verdacht auszuräumen, müssen derartige Praktiken schnellstens unterlassen werden.
