Jetzt werden die Folterwerkzeuge herausgeholt. Noch bevor es im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes richtig ernst wird und in die entscheidende Phase geht, weitet die Gewerkschaft „Verdi“ die Warnstreiks aus und legt Airports lahm. Ein paar Straßenbahnen stoppen, einige Mülltonnen nicht leeren, das alles ist ärgerlich. Doch wenn Flüge gestrichen werden, Reisende stranden und den Fluggesellschaften hoher Schaden entsteht, wird es richtig ungemütlich und ärgerlich. Das wissen auch „Verdi“-Chef Bsirske und seine Mitstreiter und setzen früh auf ein Zeichen der Eskalation.
Mag die aktuelle finanzielle Lage von Bund und Kommunen zwar stattliche Abschlüsse erlauben, könnten sich diese auf Dauer zu einer Hypothek entwickeln. Schließlich gibt es keine Garantie, dass die wirtschaftliche Lage und damit auch die Einnahmen des Staates auf Dauer so positiv bleiben. Die Gewerkschaften sollten die Folterwerkzeuge schnell wieder einpacken.
