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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Am Aktienmarkt ist alles möglich

20.10.2018

Frankfurt /Main Voilà ein neues Börsenbeben. Kurse wanken, Untergangspropheten zitieren den Crash herbei. Wegen des Handelsstreits werden Wachstumsprognosen gesenkt. Besonders betroffen: China, auf das US-Präsident Trumps Zölle zielen. Chinas staatliche Stellen – Zentralbank, Börsen- und Finanzaufsicht – sind zum Eingreifen bereit. Die chinesische Regierung hält sich mit neuen Hilfsprogrammen wegen der hohen Staatsverschuldung lieber bedeckter.

Dafür will Italiens Regierung ihr gesamtes Regierungsprogramm über Schulden finanzieren, geht damit in den offenen Clinch mit der EU-Kommission. Und dann droht ja auch noch der Brexit: Die Verhandlungen gleichen einem „Dinner for one“ in Endlosschleife, nur nicht so lustig. Happy End oder harter Bruch?

Autorin dieses Textes ist Anja Kohl. Die profilierte Wirtschaftsjournalistin arbeitet für die ARD.

Am liebsten würde man schreien: Let it be! Doch zumindest in Deutschland beruhigten sich diese Woche die Kurse. Die US-Börsen verloren dagegen weiter. Anleger fürchten steigende US-Zinsen. Ein politischer Streit um die weitere Notenbankpolitik ist entbrannt, zwischen Trump und Notenbankchef Powell. Trump hätte gern niedrigere Zinsen, Powell pocht auf höhere, verteidigt mit seiner Ansage die Unabhängigkeit der Notenbank.

Es ist ein heikler Pfad angesichts der Vielzahl der Probleme auf der Welt. Die daraus resultierende Unsicherheit ist Gift für die Börsen und die Stimmung von Unternehmern und Verbrauchern.

Droht also tatsächlich der Untergang? Wohl nicht. Es geht zuallererst um Politik. Wirtschaftlich hat sich gar nicht so viel geändert. In den USA finden Anfang November Kongresswahlen statt. Die Demokraten könnten erstmals die Mehrheit erlangen. Es wäre Gegenwind für Trump.

Nur zweimal war die Wall Street ein Freund des Präsidenten, als es um die Verabschiedung der Steuerreform ging, die US-Unternehmen Milliarden-Zusatzgewinne beschert und am Tag nachdem Hillary Clinton scheiterte, die Banken und Broker über Nacht ihr Fähnlein in Richtung eines Präsidenten Trump drehten. Im Kontext der anstehenden US-Wahl kommt der Börsenabschwung, der die negativen Wirkungen der Trump-Zölle veranschaulicht, gerade recht. Es spricht dafür, dass dieser Börsenabschwung eine vorübergehende Korrektur ist. Ist das sicher? Nein!

Denn die Risiken auf der Welt sind deutlich gestiegen. Zentralbanken und Regierungen sind krisenerschöpft, ihre Mittel nun mehr begrenzt. Die Gefahr unerwarteter negativer Ereignisse, die eine neue große Krise auslösen, ist gewachsen. Korrektur oder Crash? Erholung oder Niedergang? Letztlich ist nun alles möglich. Auch das Gegenteil.

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