Experimente brechen mit der Norm. Und sie sollen gar nicht jedem gefallen. Die ARD aber will mit dem Tatort gefallen. Sie nutzt die Kritik der Zuschauer an zu ausgefallenen Tatorten sogar als Argument, um die Kreativität von Tatort-Produktionen zu deckeln. Popularität entscheidet über Inhalte, das passt wohl kaum zum öffentlich-rechtlichen Prinzip, das doch Vielfalt und Qualität sichern soll – und deshalb vom Quotendruck entbunden ist. Jörg Schönenborn macht es sich ganz schön einfach. Ja, es gibt schlechte Tatorte. Wenn man mich fragt, sogar eine Menge. Waren es immer die experimentellen? Nein. Die ARD sagt: Zuschauer beschweren sich besonders häufig, wenn der Tatort zu experimentell war. Loben sie dann auch am meisten, wenn der Tatort besonders konventionell war?

Ich bezweifle das. Nach langweiligen Tatorten beschwert sich doch niemand. Da ist man nämlich meistens selig auf dem Sofa eingeschlummert. Weil einem das Programm so egal war. Und das sollte nicht der Anspruch sein.