Wer ganz oben angekommen ist, mag nicht gern wieder hinabsteigen. Und Horst Seehofer ist ganz oben. Bei der Landtagswahl 2013 holte er für die CSU die absolute Mehrheit, viele Abgeordnete verdanken ihm ihren Sitz im Parlament. Dass der CSU-Leitwolf nun offenbar seine Karriere entgegen anderslautenden Äußerungen doch fortsetzen will, ist aus seiner und aus Sicht der CSU richtig – aber auch gefährlich.

Richtig deshalb, weil niemand in Bayern das Ansehen und die Anziehungskraft eines Horst Seehofer genießt. Ob Ilse Aigner, Alexander Dobrindt, Andreas Scheuer, Joachim Herrmann oder Markus Söder – alle gelten nur als Politiker der zweiten Reihe. Seehofer hat es vermieden, einen Kronprinzen aufzubauen. So macht man sich unentbehrlich.

Gefährlich, weil der 67-Jährige bei einem schlechten Abschneiden bei der nächsten Landtagswahl allein verantwortlich gemacht werden würde. Doch dieses Risiko will Seehofer offenbar eingehen.

Hermann Gröblinghoff
Hermann Gröblinghoff Politikredaktion (Newsdeskmanager)