Als der französische PSA-Konzern im vorigen Jahr den deutschen Traditionshersteller Opel übernahm, war die Stimmung eigentlich nicht schlecht: Die Rüsselsheimer könnten mit den neuen Hausherren, ihrer Technik und ihrem Kapital, vielleicht ganz gut fahren, sagten sich viele. Mittlerweile ist Ernüchterung eingekehrt. Bei Opel wird eben vieles nach und nach „französisch“ – und gekürzt.

Hand aufs Herz: Das war auch zu erwarten. Der Kern fast jeder Übernahme liegt ja darin, doppelt anfallende Kosten kräftig zu rationalisieren. Und das geht allermeistens zugunsten des Käufers aus. Noch immer sind die konkreten Sanierungsverhandlungen aber ohne Ergebnis.

Was bleibt am Ende von Opel? Das laufende Personalabbau-Programm wird derart gut angenommen, dass der Betriebsrat sich schon Sorgen macht, wie man überhaupt noch die Arbeit organisieren kann. Das ist tragisch-komisch. Es muss jetzt endlich geklärt werden: Mit wie vielen Mitarbeitern sollen wo welche Autos gebaut werden?

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)