• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

NWZ-Kolumne zum Gendern: Respekt funktioniert auch ohne Zwang

10.06.2021

Oldenburg In meiner Kindheit habe ich gelernt, andere Menschen zu respektieren. Unabhängig von Hautfarbe, Herkunft und Geschlecht. Und noch etwas habe ich gelernt: Mit Zwang, Quoten und Verboten wurde noch nie etwas erreicht. So ist es auch beim Gendern, das uns gerade vor allem in öffentlich-rechtlichen Medien zuhauf begegnet.

Hier ein Gendersternchen, da ein Unterstrich oder das Binnen-I. Und als wäre das noch nicht genug, so geht es im Hörfunk und Fernsehen weiter. Anstatt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sagen, wird eine Pause gemacht – und man hört Mitarbeiter, Pause, Innen.

Wer nicht gendert, wird in die intolerante Ecke gedrängt

Was das nun mit Respekt zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Denn Respekt heißt, jemanden würdevoll zu behandeln. Wenn ich Mitarbeiter sage, so meine ich selbstverständlich alle damit. Dazu braucht es keine künstliche Verhunzung der Sprache.

Sprache verändert sich – und mit ihr auch die Gesellschaft. Doch muss man die Frage nach Sinn und Zweck stellen – und vor allem muss sich das Ganze frei entwickeln. Wer aber nicht gendert, so macht es häufig den Eindruck, wird sofort in eine intolerante Ecke gedrängt.

Der jüngste Verdacht, dass an einer Kasseler Universität diejenigen, die nicht gendern, schlechter benotet werden, hat sich nicht erhärtet. Dennoch ist ein unterschwelliger Zwang bei diesem Thema zu spüren. Doch ist nicht genau das Intoleranz erster Güte?

Gern genutztes Feindbild: Alter weißer Mann

Da sagt die ehemalige heute-Moderatorin Petra Gerster in einem Interview, dass die Kritik am Gendern hauptsächlich von älteren Männern kommt – und dass die Ablehnung mit ihrer eigenen Machtstellung als Mann zu tun habe. Woher nimmt Frau Gerster diese Erkenntnis?

Denn wer einen Blick auf aktuelle Umfragen zum Gendern wirft, merkt, dass eine Mehrheit, nämlich rund 65 bis 70 Prozent, dagegen ist. Und das sind beileibe nicht nur alte weiße Männer, die gern sinnbildlich für rückwärtsgewandte Denke und Kritik am Wandel genutzt werden. Das nenne ich Diskriminierung.

Wäre es nicht viel wichtiger, sich wieder auf die Basis von Respekt zu besinnen anstatt eine Scheindebatte zu führen? Oder um es mit den Worten von Elke Heidenreich zu sagen: „Dieses feministische Getue in der Sprache geht mir furchtbar gegen den Strich.“

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2042
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.