Wenn die politischen Signale nicht täuschen, dann ist der umstrittene Islam-Vertrag der rot-grünen Landesregierung mit den drei Muslim-Verbänden DITIB, Schura und Aleviten in Niedersachsen gescheitert.

Dazu hat nicht nur die Kritik von Opposition und Kirchen an dem schlecht ausgehandelten Entwurf mit Gebetsräumen in Schulen und manchen Privilegien, die christlichen Kirchen nicht eingeräumt werden, beigetragen. Sondern auch eine schleichende Entfremdung. Erst zeigten sich Muslime ungehalten über den schleppenden Fortgang und über auftauchende Fragen. Jetzt sorgt eine Personalrochade beim Verband Schura für schwere Irritationen bei Ministerpräsident Weil. Der bisherige Schura-Chef Altiner galt als ein höchst vertrauenswürdiger Mann, der als Verhandlungspartner hoch geschätzt war. Dass ein religiös-konservativer Muslim den Vorsitz handstreichartig übernommen hat, sorgt für Irritationen bei der Landesregierung. Welches Zeichen wird da gesendet?

Aber in jedem Scheitern liegt auch eine Chance, es besser zu machen. Mit größtmöglicher Transparenz und öffentlicher Beteiligung. Das Thema Integration bleibt schließlich auf der Tagesordnung. Doch grundsätzlich gilt: Ein Vertrag basiert auf Vertrauen. Oder eben nicht.