Natürlich kann man trefflich darüber streiten, ob eine Gemeinde zwingend ein eigenes Archiv vor Ort unterhalten muss oder ob es nicht sinnvoller wäre, es dorthin auszulagern, wo es möglicherweise sogar professioneller betrieben werden kann. Gerade im Fall der Gemeinde Rastede bin ich aber der Auffassung, dass ein Verbleib im Ort wichtig ist. Das hängt insbesondere damit zusammen, dass Rastede sich gerade touristisch neu aufstellen will und dabei gerne auf die Zeit der Großherzöge und Herzöge verweist. Man will künftig mit diesem kulturhistorischen Erbe arbeiten, auch das war ein Grund, der letztlich für den Kauf des Palaisensembles ausschlaggebend war.
Vieles, was wir heute über jene Zeit der Herzöge und ihre Bedeutung für Rastede wissen, entstammt der teilweise detektivischen Arbeit der inzwischen verstorbenen Archivarin Margarethe Pauly. Man könnte sagen, ihre Recherchen lieferten die Grundlagen für die geplante touristische Neuausrichtung der Gemeinde. Ohne das Archiv wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen. Eine Gemeinde, die mit ihrer Geschichte werben will, sollte deshalb die Wichtigkeit eines Archivs vor Ort zu schätzen wissen und es nicht einfach auflösen und nach Oldenburg verlagern.
Auch die Beteiligung eines Geschichtsvereins wie andernorts oder eines aktiven Heimatmuseums wie in Wiefelstede könnten als Alternative in Frage gekommen. Wurden solche Möglichkeiten auch geprüft?
Frank Jacob über den Vorschlag der Verwaltung, das Archiv aufzulösen
