Mehr gestolpert als marschiert sind die drei Koalitionäre in Sachsen-Anhalt, die die neue Landesregierung stellen. Der Auftakt mit der Wahl von Reiner Haseloff (CDU) zum Ministerpräsidenten trägt bei Schwarz/Rot/Grün nicht gerade zur Vorfreude auf die kommenden Regierungsjahre bei.
Zum Glück ist Haseloff eine Schlappe wie der SPD-Politikerin Heide Simonis (SPD) in Schleswig-Holstein erspart geblieben. 2005 schaffte sie es in vier Wahlgängen nicht, alle Stimmen der Regierungskoalition für ihre Wahl zur Ministerpräsidentin zusammenzubekommen. Bodo Ramelow (Linke) in Thüringen fehlte 2014 bei seiner Wahl zum Ministerpräsidenten zunächst eine Stimme, im zweiten Wahlgang holte er die absolute Mehrheit – wie jetzt Haseloff in Magdeburg. Haseloff wird an den fünf Verweigerern aus dem ersten Wahlgang noch zu knabbern haben. Sie haben in geheimer Wahl ihre Unzufriedenheit bekundet. Die öffentliche Aufmerksamkeit war ihnen sicher. Und die zu erlangen, war offenbar auch ihre Absicht.
