Es ist sicherlich nicht alles perfekt, was die Betreuung und das Personal in Krippen und Kindergärten angeht. Aber die neue Bertelsmann-Studie belegt eindrucksvoll, dass sich etwas verbessert hat. Der Wert und die Bedeutung frühkindlicher Bildung sind in Deutschland inzwischen erkannt worden.

Die schlechten Pisa-Ergebnisse Anfang des Jahrtausends haben da gewirkt wie eine Initialzündung. Die Grundlage für spätere Schulerfolge wird auch in Kitas gelegt. Mit gezielter Förderung kann dort angesetzt werden, wenn sich sprachliche Defizite zeigen. Was sich in der frühkindlichen Bildung in den vergangenen 15 Jahren getan hat, kann sich sehen lassen. Es gibt keinen Grund, das Erreichte schlechtzureden.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die von Experten empfohlenen Personalschlüssel vielerorts nicht erreicht werden. Am deutlichsten zeigt sich das im Osten. Dort gehen überproportional viele Kinder in die Kita, werden aber in besonders großen Gruppen betreut. Im Westen muss es der Ehrgeiz sein, mehr Angebote zu schaffen, ohne dabei an der Qualität zu sparen. Die Kommunen können die anstehenden Aufgaben sicherlich nicht allein stemmen. Die Länder und der Bund müssen hier unterstützen. Schließlich stehen Städte und Gemeinden vor der Aufgabe, die vielen Flüchtlinge zu integrieren. Damit dies gelingen kann, muss sich in Krippen und Kindergärten noch viel verändern.

Schon warnen die Kommunen, dass sich nicht alles finanzieren lasse, was wünschenswert sei. Das versteht sich von selbst. Doch kann es kein Grund sein, auf einen Masterplan für den weiteren Ausbau der Betreuungsangebote und Verbesserungen bei der Qualität zu verzichten. Jetzt ist eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen gefragt.