Situation ohne Ausweg in Nahost – einmal mehr. Diesmal haben jedoch Israelis wie Palästinenser einer wie der andere gute Gründe für ihr Handeln.

Seit 2006 bekämpfen sich nun schon zwei palästinensische Organisationen in einem regelrechten Bürgerkrieg. Auf der einen Seite steht die islamisch-terroristische Hamas, auf der anderen die gemäßigtere, säkulare Fatah. Dieser Bürgerkrieg ist ein Stachel im Fleisch der Araber, und es ist verständlich, dass Präsident Mahmud Abbas alles unternimmt, um den Riss zu kitten. Abmachungen mit der weltweit geächteten Hamas gehören nun einmal dazu, sie lassen sich nicht vermeiden.

Auf der anderen Seite kann niemand ernsthaft verlangen, dass sich Israelis mit Terroristen an einen Tisch setzen. Seit Januar hat die Hamas fast 150 Raketen auf Israel abgefeuert. Ihr erklärtes Ziel ist die Vernichtung des jüdischen Staates. Kurz: Die in Gaza herrschende Gruppe will keinen Kompromiss – sie will ihrem potenziellen Verhandlungspartner lieber die Kehle durchschneiden.

Was also tun? Teil der Lösung könnte eine palästinensische Experten-Regierung ohne Hamas-Minister sein. Dauerhaft führt aber nur die Entwaffnung aller Terroristen zu einem gedeihlichen Klima für israelisch-arabische Verhandlungen.

Dr. Alexander Will
Dr. Alexander Will Mitglied der Chefredaktion (Überregionales), Leiter Newsdesk