Oldenburg - Das große Gezänk von Ankara erinnert daran, dass Griechenland und die Türkei keine Freunde und nur widerwillige Verbündete sind. Das hat historische wie aktuelle Ursachen.
Noch immer wichtig ist die üble Rolle der Türkei als ehemalige Kolonialmacht in Griechenland – auch wenn das schon 200 Jahre her ist. Beide Länder haben dann vor 100 Jahren einen Krieg gegeneinander geführt, der zu massiven demografischen Veränderungen in der Großregion führte. Unter anderem liquidierten die Türken im Anschluss an ihren Sieg die blühende griechische Kultur in Kleinasien.
Heute hat es Athen in Ankara mit einem aggressiven Neo-Osmanismus zu tun, der von vergangener kolonialer Größe träumt. Erdogan stellt zuweilen unverblümt territoriale Ansprüche, sieht sein Land aber in jedem Fall als Regionale Vormacht. Angesichts dessen hat die Türkei in der EU nichts verloren – und ebenso wenig in der Nato.
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