Erst der Freispruch für Wendelin Wiedeking und Co. im Stuttgarter Porsche-Prozess, nun der Freispruch für Jürgen Fitschen, Rolf Breuer, Josef Ackermann und andere langjährige Top-Manager der Deutschen Bank: So mancher mag da wieder an den Spruch von den Kleinen, die man hängt, und die Großen, die man laufen lässt, denken.

Doch das trifft in diesem Fall nicht zu. Die Münchner Richter haben vielmehr gründlich aufgearbeitet, dass es für den Anklagevorwurf des versuchten Prozessbetrugs keinen einzigen belastbaren Beweis gegeben hat – trotz eines durchaus vorhandenen Anfangsverdachts und trotz des großen Eifers, den die Staatsanwaltschaft während des gesamten Prozesses an den Tag gelegt hat. Die Unschuldsvermutung muss auch für mächtige Manager gelten – und mag ihr Ruf auch noch so ramponiert sein.

Die Entscheidung des Münchner Landgerichts war daher nicht nur ein guter Tag für Fitschen und Co. Sie war auch ein guter Tag für den Rechtsstaat.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft