Bundespräsident Joachim Gauck will die Diskussionen über seine zweite Amtszeit im Frühsommer beenden. Spätestens dann erfahren wir, ob er sich weitere fünf Jahre zumuten will. Die Stimmen von Union, SPD, Grüne und FDP wären ihm in der Bundesversammlung am 12. Februar nächsten Jahres sicher.

Aber ist Gauck gut beraten, erneut zu kandidieren? Wer ihn näher kennt, weiß um seine Eitelkeit. Dies spricht für eine zweite Amtszeit. Auch mangelt es nicht an Vertrauten, die ihm zureden. Und schließlich hält eine weit überwiegende Mehrheit der Bundesbürger den ehemaligen Pfarrer und früheren Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde für einen guten Bundespräsidenten.

Aber Gauck würde als dann 80-Jähriger die Pflichten des ersten Repräsentanten unseres Landes erfüllen müssen. Es gibt nicht wenige Amtsvorgänger, die nach geglückter erster Wahlperiode in den zweiten fünf Jahren nur noch wenig Glanz verbreiteten. Um es höflich zu formulieren.

Dies gilt es, bei aller Freude am Amt, zu bedenken.