Endlich gute Nachrichten für Deutschlands Lehrer, Schulen und Schulkinder! Die Chancengleichheit im Bildungswesen ist größer geworden. Hieß es bis vor Kurzem noch, Kinder aus sozial schwachen Familien hätten es in Deutschland besonders schwer, Anschluss zu finden und gute Noten zu schreiben, so zeigt die neue Pisa-Auswertung: Kaum ein anderes Land hat in den letzten zehn Jahren genau hierbei solche Fortschritte gemacht wie die Bundesrepublik.

Es geht voran, auch wenn das Ziel noch fern ist. Tatsächlich bleibt Deutschland trotz der rasanten Aufholjagd in puncto Chancengerechtigkeit noch unterhalb des Durchschnitts der OECD-Länder – das darf nicht so bleiben. Aber der richtige Weg ist eingeschlagen und muss energisch fortgesetzt werden. Der Ruck, der nach dem ersten Pisa-Schock kurz nach der Jahrtausendwende durchs Land gegangen war, hat etwas bewirkt. Die bessere Ausstattung der Schulen auch mit Schulpsychologen, vor allem aber der Ausbau von Ganztagsschulen und das Zusammenlegen von Haupt- und Realschule in vielen Bundesländern haben die Chancen von Kindern aus bildungsfernen Familien erheblich verbessert. Die Botschaft für die Kinder und Familien: Miese Noten sind kein Schicksal, jeder kann es schaffen! Eine Botschaft, die auch die Lehrer viel offensiver verbreiten müssten.

Bei den Empfehlungen für Gymnasien erhalten Kinder aus bildungsfernen Schichten oft trotz gleicher Noten schlechtere Empfehlungen – ein Skandal! Die Ergebnisse der Pisa-Auswertung zeigen auch, dass die Weichen, die die Groko-Koalitionäre stellen wollen, die richtigen sind. Anspruch auf Ganztagsplätze für Grundschulkinder, mehr Geld für das Bildungssystem vom Bund: Wenn Union und SPD hier Ernst machen, kann es bald gelingen, die Chancengleichheit auf ein Niveau zu heben, das der Bildungsrepublik Deutschland angemessen ist.