Hannover - Jetzt ist es raus: Attraktive Menschen sind die eigentlichen Verlierer der Mundschutzpflicht. Darum verwundert es kaum, dass auch in Hannover viele Kunden auf der Suche sind nach den Maskentrends des Frühjahrs. Vielleicht in grellen Farben, wilden Mustern oder Blümchen.

Einige der wenigen Stellen, an denen sich in dieser Woche lange Schlangen bildeten, waren der Platz der Weltausstellung und in der Georgstraße, unweit des Kröpcke. Ein hannoversches Bündnis mit dem Namen „#hannoverschützt“ verkaufte dort Masken. In abgeklebten Vierecken warteten die Kunden minutenlang, um an die schneeweißen Mund-Nasen-Schutze zu gelangen.

Lutz Niereisel, Geschäftsführer der Werbeagentur Velix, hatte die Idee zu dem Projekt, das mittlerweile von vielen Unternehmen und Vereinen wie dem Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf („Die Recken“) unterstützt wird. Freiwillige und Mitarbeiter der Werbeagentur bieten die Masken zum Preis von 4,70 Euro pro Stück an. Im Preis seien Herstellungs- und Personalkosten und Versand einkalkuliert, wie der 56-jährige Manager sagt. Ganz ohne Profit. „Ich finde es falsch, mit Masken Kohle machen zu wollen. Wenn am Ende etwas übrig bleibt, werde ich es für einen guten Zweck spenden.“

Niereisel, der sein Unternehmen innerhalb von zehn Jahren mit aufmerksamkeitsstarken Marketingmaßnahmen für namhafte Firmen entwickelt hat, gilt als überzeugter Anhänger der Maske. „Wenn jeder dort einen Atemschutz trägt, wo er notwendig ist, könnten wir die Übertragung des Erregers annähernd stoppen“, sagt er dieser Zeitung.

Über eine Hamburger Steuerberatungsfirma stieß Niereisel auf einen Produzenten in Polen. Dort hat er 50.000 Masken bestellt, die Nasen- und Mundbereich vollständig bedecken sollen und mit elastischen Schlingen an den Ohren fixiert werden. Die Maske sei wiederverwendbar und lasse sich leicht bei 60 Grad waschen.

Die Aktion kommt an: Mehr als 22.000 Masken haben die freiwilligen Helfer bereits verkauft. Bei Niereisel klingelt ständig das Telefon. Den Beschluss des Landes Niedersachsen, von Montag an eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie im Einzelhandel einzuführen, findet der Unternehmer „absolut richtig“.

Auch andere Firmen haben den Trend erkannt. Unweit der hannoverschen Marktkirche eröffnete der Laden „Masken Men“. Dort stehen bereits am frühen Morgen Sicherheitskräfte vor der Tür, um die wertvolle Ware, darunter zertifizierte FFP2-Masken, zu bewachen. Es versteht sich von selbst, dass von Montag an auch in diesem Laden Mundschutz-Pflicht besteht.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent