Hannover - Die Vorwürfe wogen schwer: Wegen Betrugs, Untreue und Günstlingswirtschaft waren der frühere hannoversche Oberbürgermeister Stefan Schostok und zwei weitere Spitzenbeamte angeklagt. Mit den klaren Urteilen hat die sogenannte Rathausaffäre juristisch ein Ende gefunden.
Schostok (55) war nach der Anklageerhebung von seinem Amt zurückgetreten und hatte sich in den Ruhestand versetzen lassen. Zu seinem Nachfolger wurde der Grünen-Politiker Belit Onay gewählt. Damit steht nach mehr als 70 Jahren erstmals kein SPD-Politiker an der Spitze der niedersächsischen Landeshauptstadt
Mit dem Freispruch vertritt das Gericht eine klare Linie. Im Zweifel für den Angeklagten. Denn ob Schostok wirklich über Monate hinweg die Mehrzahlungen geduldet hat, gilt als nicht bewiesen. Sicher ist aber, dass er sie im April 2018 gestoppt hat. Schostok hat bereits einen politischen Preis für die Affäre bezahlt. Ein Kesseltreiben wie seinerzeit gegen Bundespräsident Wulff sollte ihm erspart bleiben.
