Nicht nur die Älteren erinnern sich: Früher gab es SPD-Landesparteitage, die ähnelten eher Schlachtfeldern als Diskussionsforen. Oldenburg liefert diesmal die Harmonie-Variante. Ein dominierender Vorsitzender und Ministerpräsident Stephan Weil mit einem seit Jahrzehnten nicht mehr erlebten Rekordergebnis, dazu Vorstandswahlen mit Nur-Siegern und keinen Verlierern – die Weser-Ems-Halle erlebt eine Regierungspartei, die ihren Erfolg genießt.

Störungen bleiben Randnotizen. Ob protestierende Lehrer oder eine eigentümliche Abstimmungsregie, um einen unliebsamen Juso-Antrag zum Mindestlohn abzuschmettern, nichts erschüttert das Stimmungshoch. Aber zumindest die Mindestlohn-Debatte beweist, dass nicht alle Genossen Hurra rufen zum neuen Kurs, der wesentlich von der Großen Koalition in Berlin vorgegeben wird. Nicht jeder ist bereit, für Machterhalt Grundüberzeugungen zu opfern. Es geling aber (noch) dem SPD-Landeschef, solche Konflikte zu moderieren. Weil ist die starke Figur der SPD.