Die größten Fehler passieren nicht in der Krise, sondern in guten Zeiten, lautet eine alte wirtschaftspolitische Weisheit. Deutschland geht es hervorragend, auch in diesem und im nächsten Jahr wird sich der Aufschwung fortsetzen. Dabei besteht die Aussicht auf weitere Beschäftigungsrekorde.
Die Frühjahrsprognose weckt die Erwartung, dass die Einnahmen von Fiskus und Sozialkassen weiter kräftig sprudeln werden. Die Deutschen geben ihr Geld gerne aus, der Konsum boomt – die Party geht weiter. Doch gilt es, nicht in Übermut zu verfallen. Deutschland muss jetzt, unter günstigen Vorzeichen, seine Hausaufgaben machen.
Den größten Nachholbedarf gibt es sicherlich bei den Investitionen. Eine gute Infrastruktur ist die Voraussetzung für eine nachhaltig-prosperierende Ökonomie. Schnelles und leistungsfähiges Internet zählt heutzutage zu den besonders wichtigen Standortfaktoren, ist aber entgegen aller Versprechen der Politik noch längst nicht überall in Deutschland verfügbar.
Die Verkehrsinfrastruktur befindet sich in einem beklagenswerten Zustand. Weder ist das Bahnnetz darauf ausgelegt, dass mehr Güter auf die Schiene verlagert werden, noch läuft es auf den Autobahnen rund. Infrastruktur-Mängel zu beseitigen und dem sich immer deutlicher abzeichnenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sind deshalb die wichtigsten Herausforderungen für die nächsten Jahre.
Zugleich gilt es, maßzuhalten und den Sozialstaat nicht mit immer neuen und höheren Leistungen aufzublähen. Alles andere wäre ein verhängnisvoller Fehler, der sich in schlechteren Zeiten sofort rächen würde.
