Mexiko ist mit großen Problemen konfrontiert: Dutzende Drogenkartelle führen einen grausamen Krieg gegeneinander, gegen den Staat, gegen das Volk. Weite Teile des Staatsapparats gelten als korrupt. Und viele Einwohner leben in Armut. Dass Papst Franziskus bei seinem Besuch die Finger in diese Wunden legen würde, war zu erwarten. Dass er es so deutlich tut, könnte heilsam sein. Viel zu lange schon haben Präsident Enrique Peña Nieto und all die anderen Politiker tatenlos zugeschaut, wie das Land in einer Spirale der Gewalt versinkt. Heute kann die Bevölkerung selbst der Polizei nicht mehr vertrauen.

Die Worte des Kirchenoberhaupts haben in dem lateinamerikanischen Land – mehr als 80 Prozent der Einwohner sind römisch-katholisch – noch eine hohe Bedeutung. Sie sind mehr als eine schnell vergessene Sonntagspredigt. Bleibt nur zu hoffen, dass auch diejenigen diese Worte ernstnehmen, an die sie vor allem gerichtet sind – die Politiker des Landes.

Stefanie Dosch
Stefanie Dosch Politikredaktion/Newsdeskmanagerin